Bodenbewegungsinformationssystem (BoBIS) Baden-Württemberg

Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie digital.LÄND des Landes Baden-Württemberg arbeitet das Geodätisch Institut Karlsruhe (GIK) mit dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) seit 2023 beim Aufbau eines Bodenbewegungsinformationssystems (BoBIS) für Baden-Württemberg zusammen.
Ziel des Projektes „Kompetenzfeld Satellitendaten“ im Rahmen von digital.LÄND ist die Vorbereitung des Ausbaus der zentralen Fernerkundungskompetenz beim LGL durch Entwicklung von prototypischen Verfahren zur Aufbereitung von Satellitendaten, deren Integration in Geobasisdaten, Ergänzung des Produktportfolios und webbasierte Verfügbarmachung für die öffentliche Verwaltung in BW sowie weitere Nutzer in Wirtschaft und Wissenschaft.
Ein Teilprojekt im Rahmen des „Kompetenzfeldes Satellitendaten“ ist der Aufbau eines BoBIS in Baden-Württemberg, hauptsächlich auf Basis von entgeltfreien und kontinuierlich verfügbaren Daten der Sentinel-1-Satelliten des europäischen Copernicus-Programms. Das große Potenzial der Radarinterferometrie im Hinblick auf ein satellitengestütztes Bodenbewegungsmonitoring zur Erkennung von Bodenhebungen/Bodensenkungen (zum Beispiel infolge Anhydrit-Prozessen nach Erdwärmebohrungen, Bergbauschäden, Grundwasserveränderungen) soll darin nutzbar gemacht werden. Dazu wurden vom GIK vorbereitende Studien durchgeführt und teilweise auch veröffentlicht.
Aktuell arbeiten LGL und GIK an der Inbetriebnahme eines landesweiten Festpunktmonitorings mittels Radarinterferometrie, wie es in der Verwaltungsvorschrift für den geodätischen Raumbezug vom 10.07.2025 vorgeschrieben wurde. Basierend auf Bewegungsdaten des European Ground Motion Service werden zunächst Aktive Bewegungsgebiete (Active Displacement Areas: ADAs) und Anomalien (Bewegungsänderungen) detektiert. Finden sich ADAs oder Anomalien im Umkreis von Festpunkten, so werden diese entsprechend kategorisiert und kenntlich gemacht. Zukünftig soll das Festpunktmonitoring zu einem Infrastrukturmonitoring mittels Radarinterferometrie weiterentwickelt werden.